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Mutter Teresa (1910-1997) Der Engel von Kalkutta
„Publicity brauche ich nicht. Gottes Werk muß auf seine Weise
getan werden; und er hat seine eigenen Wege, um unser Werk bekannt zu machen.“ In vielen Nationen der Welt wurde vor der kleinen, huzeligen Frau mit den schwieligen Händen der rote Teppich ausgerollt.
Staatsoberhäuper und Regierungschefs vertrauten sich ihr an. Sie, die nie ein staatliches Amt bekleidet hatte, bekam nach ihrem Tod ein Staatsbegräbnis, wie es nur Ministern und Präsidenten zusteht.
Mutter Teresa! 1979 wurde ihr der Friedensnobelpreis verliehen.
Kindheit
Sie erzählt: “Ich wurde 1910 in Albanien geboren und auf den Namen Gonxha Bojaxhui getauft. Ich habe eine Schwester und einen Bruder und wir waren eine glückliche, wohlhabende Familie.Voller Liebe.
Als ich neun Jahre alt war, kam mein Vater abends mit Schmerzen von der Arbeit. Einige Stunden später starb er. Danach mußte meine gute Mutter allein für uns sorgen. Wir wurden arm, und jeden Tag halfen wir
Kinder nach der Schule unserer Mutter mit allen möglichen handwerklichen Arbeiten.“ Schon in ihren Jugendjahren beschäftigte Gonxha der Gedanke, in die Mission nach Indien zu gehen. ”Nach der Oberschule wurde
ich nach Dublin geschickt, um Englisch zu lernen. 1928 kam ich in Indien an. Ich diente viele Jahre im Coreto Convent in Kalkutta, lehrte junge Menschen und wurde ihre Leiterin.
Schritte aus der Sicherheit
Doch Gott trug ihr auf, die Sicherheit des Ordens zu verlassen, um den Ärmsten der Armen zu dienen. ”1948, 20 Jahre später, bekam ich die Erlaubnis, loszugehen. Ich hatte kein Gebäude, keinen Raum, kein
Geld fĂĽr Tafel und Kreide. Zuerst begann ich, die Kinder in den Slums zu unterrichten. Ich hockte mich unter einen Baum, schrieb mit dem Stock Buchstaben in den Staub und brachte so den zerlumpten Kindern das
„kaw-khaw-gaw“ (bengalisches ABC) bei. Bald kamen mehrere meiner ehemaligen Schülerinnen, um mir zu helfen. So fing alles an.“
Der Anfang
Im Tempelgebäude stellte die Stadtverwaltung Mutter Teresa einige leerstehende Räume zur Verfügung. Hierher brachten sie die Sterbenden und Siechenden aus den Straßen von Kalkutta. “Oh, ihre
Arbeit ist so schwer, Mutter Teresa”, sagte man zu ihr. Doch sie erwiederte nur: Es ist nicht schwer. Dieser Dienst ist eine große Freude. Ich bin der glücklichste Mensch, den ich kenne.“
Papstbesuch
1965 schenkte der Papst Mutter Teresa nach seinem Besuch in Indien als Ehrerbietung die Luxus-Limousine, die eigens für ihn eingeflogen war. Sie versteigerte das Auto an Ort und Stelle – und bekam so viel
mehr Geld als das Auto bei einem normalen Verkauf eingebracht hätte. So viel, daß sie davon ein weiteres Zentrum für Leprakranke aufbauen konnte.
Ihre Antwort auf Abtreibung Als vehemente Gegenerin der
Abtreibung erntete Mutter Teresa jede Menge Kritik. ”Für mich ist das Land das Ärmste, das ungeborene Kinder töten muß”, sagte sie. Mutter Teresa hielt keine großen Reden, sondern war eine Frau der
Tat. Sie schickte Briefe an Kliniken und Pflegeheime, um darauf hinzuweisen, dass sie jedes Kind aufnehme, selbst wenn es schwer behindert oder eine Frühgeburt sei. ”Wenn es irgendwo ein ungewolltes Baby gibt, lasst es nicht sterben, sondern schickt es zu mir.”
In ihren Kinderheimen herrscht reges Treiben. Überall spielen fröhliche Kinder. Sie erhalten eine Ausbildung und viele studieren später. Mädchen bekommen sogar die in Indien so nötige Mitgift
gestellt. Mutter Teresa selbst hat nicht studiert und auch nie viel Zeit zum Lesen gehabt, mit Ausnahme der Bibel. ”Ich bin nur ein Werkzeug, ein kleiner Bleistift in der Hand des Herrn“, sagte sie.
Fazit
Was mit einer Freilicht-Schule in den Slums von Kalkutta begann, hat sich zu einem weltweiten Missionsorden entwickelt.
Die ”Missionarinnen der Nächstenliebe“ unterhalten heute über 550 Häuser in 120 Nationen. Unterstützt wird diese Arbeit durch ein Heer freiwilliger Helfer, die für einige Wochen und Monate mit anpacken.
In den Sterbehäusern, den Lepra-Zentren, den Kinderheimen, bei Suppenküchen und in Heimen für Alkoholkranke und für Aidspatienten.
“Sie müssen manchmal sehr entmutigt sein“, befragte sie einmal ein
Reporter. ”Egal, wie schwer sie arbeiten, sind die Straßen von Kalkutta immer noch voll von riesigen, leidenden Menschenmassen.“ ”Oh nein“, sagte Mutter Teresa. ”Ich zähle nicht wie sie, nach
Tausenden. Ich zähle so wie Gott zählt. Ich zähle die einzelnen, die wir geretten haben.”
Mutter Teresa hatte viele Jahre unter dem Neid und der Unterdrückung durch gewisse “Fromme” zu leiden.
Aber sie reagierte stets mit Barmherzigkeit. Schließlich wurden viele ihrer Gegner ihre größten Geber und Unterstützer ihres Werkes. Mutter Teresa liebte nicht ”ihre Sache”, egal wie edel diese auch war.
Stattdessen liebte sie Gott und lebte ihr Leben hingegeben fĂĽr IHN.
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